Ich habe mich gefragt, warum die Vorstellungen zu Preisen für Designleistungen so häufig so unterschiedlich sind wenn du als Kunde oder ich als Grafiker darüber sprechen. Die schlichte Antwort ist, dass wir uns zu häufig nicht richtig verstehen und natürlich auch manchmal verlorene Zeit in unsere Rechnungen schreiben müssen, um für dich das beste Design zu gestalten. 
Welche 5 Dinge du nun tun kannst um deinen Designer wirklich glücklich zu machen und dabei noch Geld zu sparen, erfährst du hier.

1. Frage dich: „Welche Art von Grafik oder Design brauche ich eigentlich?“

Klingt super einfach, ist aber häufig eben nicht so leicht zu beantworten. 

Stell dir folgendes vor – Du kommst in einen Baumarkt und benötigst Werkzeug. Davon gibt es viele dort in unterschiedlichsten Ausführungen, elektrisch, nicht elektrisch, aus Edelstahl, Holz, uvm. 

Gehst du zur Info und hast das Glück dass tatsächlich auch eine Mitarbeiter des Marktes dort anzutreffen ist, wird dieser mit deiner Aufforderung „Ich benötige dringend Werkzeug“ natürlich nicht viel anfangen können. 
Er kann dich jetzt beraten zur Beschaffenheit und Qualität, zum Preis der unterschiedlichen Werkzeugen, ihrem Aussehen oder zu hunderten anderen Dingen. Das bringt dir nur alles wenig, wenn er dir von tollen Hämmern erzählt du aber einen Schraubenschlüssel brauchst um im Gartenhaus die Toilette von der Wand zu schrauben.

Mit dieser Information könnte dir der Mitarbeiter zwei bis drei wahrscheinlich passende Größen an Schraubenschlüsseln vorschlagen und fragen ob es nur eine Toilette wird oder du professionelleres Werkzeug brauchst, da du als Klempner arbeitest und täglich eine ganze Menge davon abschrauben musst.

Im Gestaltungs- oder Designgewerbe ist es nicht anders. Kommst du mit einer Anfrage zu uns die lautet „Ich brauche dringend eine Webseite“ fühlen wir Webdesigner uns wie der Verkäufer im Baumarkt, plustern unsere Wangen auf und gucken vermutlich erstmal recht doof aus der Wäsche. 

Webseiten gibt es sehr unterschiedliche im Umfang, Art der Gestaltung, Pflegeaufwand ich denke du weißt was ich sagen möchte. Die sehr einfache Info hilft uns hier nicht weiter. Für einen erfahrenen Grafiker ist das aber nun auch keine sonderliche Hürde, solang du nicht den Fehler begehst uns mit deinem Wissen übertrumpfen zu wollen. Das meine ich hier gar nicht negativ sondern es wird lediglich kontraproduktiv für dein Ergebnis. 

Wenn ich weiß auf welchem Wissensstand ich jemanden abholen muss um ihn gut und korrekt zu beraten, macht es für uns beide dein Projekt viel einfacher. 

Kommt ein Kunde und fragt eine Leistung an, wirft mit etwas Fachwissen um sich und versucht sich als Spezialist zu profilieren, werde ich ihn nicht abweisen, sondern gehe fälschlicherweise davon aus, dass er genau weiß was er möchte. Dann biete ich genau diese Leistung an, erledige den Auftrag und der Kunde ist unzufrieden weil das Ergebnis nicht dem entspricht was er eigentlich wollte. 

Viel besser ist es daher gleich am Anfang zu sagen was du letztlich erreichen willst. Die Äußerung „Ich würde mir mehr Kundenanfragen über meine Homepage wünschen“ ist weit davon entfernt zu sagen „Ich brauche mehr Traffic“ oder eben „Meine Webseite muss neu.“

Arbeite mit deinem Webdesigner zusammen und nimm dir am Anfang etwas mehr zeit um zu besprechen was deine Wünsche sind, was deine Ziele und wie deine Vorstellungen aussehen. 

Wie spart dir das nun Geld und macht deinen Grafiker happy?

Wenn ich als Designer mit dem Kunden zusammen seine wünsche und Ziele konkret erarbeite, vermeide ich einige Stunden, Tage, Wochen oder gar Monate an Arbeit, die in eine völlig falsche Richtung geht. 
Konkrete Ziele bedeutet auch einen konkreten Weg, die Kosten bleiben planbar für beide Seiten und das Ergebnis wird dir helfen mit deinem Unternehmen voranzukommen.

2. Frage bitte nicht: „kann ich die Fotos auch in MS Word schicken?“

Nein! Bitte nicht! 

Stell mir deine vorhandenen Medien zur Verfügung, möglichst in einem Format, mit welchem ich auch arbeiten kann. 

Bei der Erstellung deiner Medieninhalte wie Fotos, Videos, Texte etc. hift dir für gewöhnlich dein Designer ohnehin. Solltest du Grafiken erstellen lassen, verlange immer Dateiformate die eine weitere Bearbeitung zulassen. Beim Logo ist es fast immer eine .eps Datei mit der ein Designer am meisten anfangen kann. Der vorherige Gestalter kann diese Daten so aufbereiten, dass wir ihm nicht ins Handwerk fuschen, aber dennoch skalierbare Daten bekommen. 

Ein Logo im Fotoformat JPEG ist der Alptraum jeden Grafikers, weil hier zwei völlig unterschiedliche Datentypen vermischt werden (in dem Fall Vektorgrafiken mit Bitmap), ist das Logo dazu noch sehr filigran auf einem weißen Hintergrund und soll nun transparent auf ein Werbemittel gedruckt werden, können sie beobachten wie schnell ein Designer laufen und wie laut er vor Verzweiflung schreien kann. 

Planen sie den Fakt der späteren Skalierbarkeit, der Bearbeitung für unterschiedliche Einsatzzwecke bereits bei der Erstellung der Daten mit ein. Sprechen Sie mit ihrem Grafiker welche Dateiformate er benötigt oder lassen Sie ihn generell die Gestaltung übernehmen. 

Natürlich kommt auch mal Stockmaterial, also bereits vorgefertigtes Lizenzmaterial wie von Adobe Stock zum Einsatz, hier sollten sie ihrem Designer allerdings ihre Präferenzen aufzeigen und ihn die Rechèrche selbst übernehmen lassen. Die Vorstellung von Optik und Funktionalität im Design unterscheiden sich nämlich häufig. 

Geld sparst du hier ganz klar durch den geringeren Aufwand des Grafikers. Liegen Daten im korrekten Format vor, entsprechen den Anforderungen an das formulierte Ziel oder werden darauf ausgerichtet im Angebot mit erfasst, spart es Zeit und diese dann Geld. Mach uns Grafikdesigner glücklich und kommuniziere mit uns zu diesem Thema.

3. Behandle uns genauso Fair wie du es dir für dich wünscht

#ff4c4cFairness und Geschäftswelt, ich weiß das geht häufig nicht zusammen, aber sieh uns Grafikdesigner als deine Geschäftspartner auf Augenhöhe und nicht als Pixel schubsende Sklaven die dir missgünstig wären. 

Als Designer sind wir nicht deine Konkurrenten und wollen nicht mit deinem Unternehmensinhalt Geld verdienen, sondern damit deinen Erfolg zu gestalten. Wenn du deinem Designer nicht vertrauen kannst und vermutest er würde deine Geschäftsidee anderweitig verkaufen dann täuscht du dich. Der Konkurrenzdruck ist auch in unserem Gewerbe hoch und die Netzwerke weit gesponnen. Ich würde sehr schnell als Grafiker derart an Ansehen verlieren dass ich keinen Auftrag mehr bekomme. Macht also niemand. Zudem gibt es Vertraulichkeitsvereinbarungen die dir helfen deine Rechte zu wahren wenn deine Idee tatsächlich davon tangiert werden könnte wenn etwas bekannt wird. 

Fairness bedeutet auch nicht gegen deinen Grafiker zu arbeiten. Oft wird das ein Thema bei den Korrekturen zu Entwürfen. Hier kann es manchmal etwas stocken wenn darüber nicht im Voraus gesprochen wird. 
Korrekturrunden werden von vielen Designern bereits im Angebot festgehalten. Insbesondere wenn du Aufgrund eines kleinen Budgets einen Festpreis vereinbarst sind diese auch nötig. 

Als Beispiel nehme ich mal einen einfach Flyer DIN A6 zweiseitig bedruckt inkl. 3 Stockfotos. Dein Grafiker hat hier seinen Workflow macht dir z.B. drei Entwürfe von denen du einen Auswählen sollst und dann 2 Korrekturrunden absolviert werden. In der ersten wird noch etwas am Layout gefeilt und in der zweiten evtl. an den Inhalten wie den Bildern oder den Texten. Danach ist ein Flyer in den Dimensionen und in einer eher kleinen Auflage von vielleicht 1.000 Stück in der Regel auch druckreif. Der Ablauf ist Fair, der Preis ist gerechtfertigt, alles passt!

Unfair wird es wenn vorher der Preis festgelegt wird und dann auf die Korrekturrunden noch eine, und noch eine und noch drei weitere folgen, du danach das Layout kippst, dich für das Erste entscheidest und das Spiel von vorn beginnt. Eine Arbeit die so zusammengenommen an einem Tag fertig ist, dehnt sich nun auf eine Woche aus. In den zusätzlichen 4 Tagen kann dein Grafiker nun aber keine Aufträge annehmen, also stellt er dir statt einem dann 5 Tagessätze in Rechnung und du schmetterst es gnadenlos ab, berufst dich auf das Angebot und bist nicht bereit den Mehraufwand zu tragen. 

Fairness bedeutet also immer die Relation zwischen Aufwand und ertrag zu sehen. Ein kleiner Flyer für eine Betriebsfeier hat keine Auflagen von mehreren 10 Tsd Stück und zumeist reicht ein simples aber effektives Design aus. Sind deine Ansprüche an die Gestaltung höher, kannst du natürlich nicht mit dem Basispreis agieren. Leistung muss immer fair vergütet werden und zum Ergebnis passen. 

Deinen Grafiker machst du also glücklich, wenn du im Voraus dein Angebot sehr genau erstellen lässt, die Relationen stimmen zu Aufwand und Ertrag und du immer MIT und nicht gegen deinen Designer arbeitest.

4. Gib uns ausreichend Zeit

Viele von uns wünschen sich diesen einen Wunderknopf im All-Inklusive Grafikprogramm der innerhalb von 5 Minuten sämtliche gewünschten Grafiken erstellt auch gleich die Rechnung mit ausdruckt, welche vorab von dir als Kunde überwiesen wurde. 

Fakt ist, diesen Knopf gibt es nicht!

Die Erstellung deiner Werbemittel und Grafiken bedarf einiges an Zeit, je nachdem wie hoch dein Anspruch oder die Zielsetzung ist und vor Allem, worum es sich im Auftrag handelt. 
Ich behaupte dass JEDER Grafiker bereits mit den Worten „…kannste das noch fix machen, für dich sind es ja nur 5 Minuten dann ist das zusammengeklickert“ konfrontiert war. Man möchte Brechen…

Na klar kann man hier etwas differenzieren. Der oben beschriebene Flyer geht um einiges schneller, wenn dein Designer bereits deine sonstige Unternehmenskommunikation gestalten durfte. Er kennt die Schriften, weiß welche Farben er verwendet, wie deine Zielsetzung aussieht und kennt deine Vorlieben oder Bedürfnisse deiner Kunden. 
Hier einen Flyer zu setzen ist durchaus an einem Tag möglich (je nach Aufwand eben, es kann auch länger dauern). 

Am Freitag in der Ferienzeit im Sommer um 14:30 Uhr noch schnell ne Email zu verfassen um dem Grafiker den Auftrag zu schicken der natürlich noch heute fertig werden muss, dann aber erst in zwei Wochen in den Druck gegeben wird ist wenig schön. Zum einem wenn du auf dem günstigsten Preis beruhst, zum anderen wenn du unnötigen Druck aufbaust („Ich brauch das unbedingt heute noch“) obwohl ein Sinnvolles Zeitfenster möglich wäre. 

Es kommt gar nicht so selten vor, dass Kunden zum Beispiel mit Korrekturen für Webseiten, sehr lang warten, die Änderungen dann sehr komplex sind und schnellstmöglich umgesetzt sein müssen. Eine gemeinsame Zeitplanung hilft hier evtl. Unmut auf beiden Seiten zu vermeiden. Dein Grafiker kann nun einmal nicht im Voraus wissen welche Änderungen du noch wünschst. Wenn dann ein Website launch ansteht und eben freitags am Nachmittag das 20 Seiten PDF mit Korrekturen bis Montag früh um 8 Uhr ansteht, dann wird das schon aus rechnerischer Sicht nicht möglich dies umzusetzen. 
Der Fall eskaliert, wenn dein Grafiker für den Mehraufwand entsprechend zusätzliche Arbeitsleistung in Anspruch nehmen muss (durch weitere Designer) und die Rechnung aufgrund von Nacht- und Wochenendarbeit exorbitant ansteigt. Denn spätestens zu diesem Zeitpunkt fällt solchen Kunden dann ein, dass es ja auch viel später gereicht hätte. 

Glücklich werden wir, wenn du mit uns bzw. mit mir einen ungefähren Zeitplan entwirfst. Sollte sich ein konkreter Termin nicht umgehen lassen, dann komm nicht erst drei Tage vor Ablauf der Frist zu mir sondern plane mit einem Puffer die Gestaltung frühzeitig. Im Dezember neue Kalender an deine Kunden zu verschicken, kann hier durchaus schon im Frühling oder Sommer vorbereitet werden. Dann ist zum Tag X alles vorhanden und weder du noch dein Designer haben unnötigen Stress. 
Lässt sich starker Termindruck nicht umgehen, solltest du aber immer mit einem höheren Preis rechnen. Auch dein Designer muss seine Termine Planen und hat ggf. noch weitere Kunden mit denen dein Zieltermin kollidiert. Frühe sorgfältige Planung ist hier das beste Werkzeug für optimale Ergebnisse UND günstige Preise.

5. Die „Preisdiskussion“ oder auch „…ich hab kein Geld mach aber Werbung für dich“

Kein Scherz, leider leider nein, es kommt beinahe jeden Tag vor…
Kein Grafiker weiß genau woher die Annahme kommt wir würden für unsere Leistungen nichts berechnen weil es „uns so viel Spaß macht“. Klar macht mein Beruf Spaß, klar bekomme ich Expertise mit jedem weiteren Auftrag, nur kann ich damit natürlich keine Miete oder meinen Einkauf bezahlen. 

Das ist manchmal witzig zu hören, oft ist man als Grafiker aber auch einfach müde Preisverhandlungen zu führen, die mit dem Handel orientalischer Gewürze einhergehen. Wir Designer verkaufen unser Wissen, unsere Erfahrung und unsere Kreativität mit dem Know How es auch umzusetzen und deine Idee zu visualisieren. 

Die meisten von uns haben bisweilen teure und langwierige Ausbildungen hinter sich und unzählige Stunden an Weiterbildung investiert. Fachbücher sind teuer und selten, Trends ändern sich genauso schnell wie technische Anforderungen (z.B. Responsive Design von Webseiten für Smartphones). Man verbringt als Designer viele Stunden im Monat mit dem Lesen von Fachartikeln, dem ausprobieren neuer tools und der Optimierung des sich stetig verändernden Workflows. 

Unsere Erfahrungen fließen immer in den Erfolg deines Unternehmens. 

Preisverhandlungen sind in gewissem Maße möglich, jedoch eher wenn es um den zu leistenden Aufwand geht. Die meisten von uns haben selbst bei Festpreisangeboten (gerade da) ihre Stundensätze kalkuliert. Zur Preisbestimmung werde ich noch einen eigenen Artikel schreiben aber um es hier zu verdeutlichen muss ich es zumindest erwähnen. 
Die Stundensätze bei Designern stehen so gut wie immer fest. Du kalkulierst auch in deinem Unternehmen die Preise und stellst den Kosten dann den Ertrag gegenüber. Auch wir sind Unternehmer, auch wir zahlen Steuern und haben Fixkosten. Einen unternehmerischen Gewinn aus einem Auftrag zu ziehen bleibt uns auch nicht aus, da auch wir wieder investieren müssen. Wir sind also weniger Gewürzhändler im fernen Orient als mehr der Werkstattmeister deiner Vertragswerkstatt. Dort diskutiert niemand über den Preis der sich aus Material und Zeit zum Einbau zusammensetzt. Genauso ist es beim Designer. 

Mach uns hier Glücklich, indem du sinnvoll mit deinem Grafiker erarbeitest, was gestaltet wird und auf welche Leistungen du vorerst verzichten kannst. Mit dem Budget hinter dem Berg zu halten bringt dir hier keinen Gewinn, da nun einmal 10 Stunden Arbeit nicht verschwinden, aber vielleicht mit deinem tatsächlichen Anforderungsprofil nur 5 nötig sind. 

Befolgst du die oberen Punkte, kommen wir hier unten freudig zusammen. Du bist zufrieden mit deinem Ergebnis, wir freuen uns auf die weitere Zusammenarbeit und bleiben dir als Partner für dein Geschäft erhalten um gemeinsam daran zu arbeiten dich Stark zu machen und das Beste Business aller Zeiten aufzubauen.

Wenn du jetzt mit mir sprechen willst um dein Projekt umzusetzen, dann schreib mir doch eine kurze Email und wir legen direkt los!

Lass uns Deine Idee gestalten!